Radler aus dem Täle durchqueren drei Länder

Die traditionelle Jahresabschlussfahrt führt 20 Mitglieder des RSV Unterweissach durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz

(pm). Schon seit 26 Jahren ist die Jahresabschlussfahrt des Radsportvereins Unterweissach im September eine feste Einrichtung. Da jedes Mal andere Mitglieder für die Organisation verantwortlich sind, ist der Ideenreichtum riesig. Nun hatte sich Jörg Widmaier eine Tour unter der Überschrift „Drei-Länder-Glück“ ausgedacht: Sie führte die Radler durch die Schweiz, Deutschland und Frankreich.

Den Ausgangspunkt im südbadischen Neuenburg erreichte die Gruppe aus dem Täle mit dem Bus. Nachdem die 20 Männer auf ihre Drahtesel gestiegen waren, ging es über den Rhein in den Sundgau, eine Landschaft im südlichen Elsass. Am Fluss entlang war die Strecke topfeben. Um zum Wasser zu gelangen, mussten die Radler aber eine der vielen Stichstraßen passieren. Umso weiter der Kurs in den Süden führte, desto welliger wurde es. In Ferrettes legten die Schwaben eine Rast ein. Sie sahen offenbar ausgehungert aus – diesen Schluss lassen die Riesenportionen Spaghetti Bolognese zu, die aufgetischt wurden. Obwohl den Teller niemand schaffte, blieb das Wetter stabil.

Gestärkt machte sich Gruppe in Richtung Jura auf. Die Berge wurden zunehmend höher und die dunklen Wolken bedrohlicher. Nach einer langen und rasanten Abfahrt wechselte plötzlich die Art der Straßenschilder. Das einzige Zeichen, dass die Grenze zur Schweiz passiert und das Baselbiet erreicht worden war. Nein, hier fehlen keine Buchstaben. Das Baselbiet liegt südlich von Basel. Die nun wieder sehr angenehme Witterung zwang die Radler beinahe zur Kaffeepause. Danach waren bis zum Etappenort Sissach und zum Hotel Sonne nur noch 15 Kilometer zurückzulegen. Kein großes Problem.

Am nächsten Morgen zeigte sich die Sonne erst nach kurzer Bedenkzeit. Vom Baselbiet führte die Strecke in den Kanton Argau und weiter nach Laufenburg am Rhein. Diese Stadt entwickelte sich auf schweizerischer und deutscher Seite: Die Grenzbauten auf der Brücke sind inzwischen verschwunden. Hoch über dem Grenzfluss einen Kaffee zu trinken war toll. Es warteten anschließend aber die Schwarzwaldberge. Übers Murgtal ging es auf über 1000 Meter zur Freiwaldkapelle. Ehe aber das Dach der Tour – der Hochkopf mit über 1200 Metern – zur Erklimmung anstand, stärkten sich die RSV-Mitglieder nach der langen Abfahrt nach Todmoos mit einem Mittagessen. Nach dem Anstieg zum Hochkopf folgte die Abfahrt ins fast 700 Höhenmeter tiefer liegende Schönau und damit in die Geburtsstadt von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. Nach Verlassen des Wiesentals war auf dem Weg nach Badenweiler noch der etwa elf Kilometer lange Anstieg zum Kreuzweg zu bewältigen. Wer ist als Erster oben? Diese Frage weckte den Ehrgeiz. Es ist ein langer und teilweise auch steiler Weg bis zur Passhöhe. Klarer Sieger: Kunstradfahrer Manuel Brand, in den Augen seiner Kameraden der „Jungspund“ der Gruppe. Die Abfahrt über Badenweiler nach Neuenburg war ein Genuss und die verschwitzten Trikots wurden windgetrocknet. Nun mussten nur noch die Rennräder im Bus verstaut werden und es ging ins Himmelreich. So hieß das Gasthaus am Eingang des Höllentals. Danach rief die Heimat.

Datum: 
Dienstag, October 6, 2009
Quelle: 
Backnanger Zeitung
QuelleUrl: 
http://www.bkz-online.de/node/16692